Biodynamische Craniosacrale Therapie

Achtsame Begleitung für Babys, Kinder und Erwachsene

Manchmal braucht es nicht mehr Intervention, sondern einen geschützten Rahmen, in dem der Körper zur Ruhe kommen und die eigene Wahrnehmung wieder deutlicher werden kann.

Die biodynamische Craniosacral Therapie ist eine sanfte, körperorientierte Methode der KomplementärTherapie. Im Mittelpunkt stehen der Mensch als Ganzes, seine gegenwärtige Situation und seine vorhandenen Ressourcen.

Die Behandlung orientiert sich nicht allein an Beschwerden. Sie richtet die Aufmerksamkeit ebenso auf das, was Stabilität vermittelt, Orientierung ermöglicht und die körpereigene Regulation unterstützen kann.

Was ist Craniosacral Therapie?

Die Craniosacral Therapie arbeitet mit achtsamer Berührung, therapeutischer Präsenz und genauer Wahrnehmung. Die Behandlung findet in der Regel in bequemer Kleidung auf einer Behandlungsliege statt.

Die Berührungen sind ruhig und werden gemeinsam mit Ihnen abgestimmt. Sie können jederzeit verändert, unterbrochen oder beendet werden. Ihr Erleben, Ihre Rückmeldungen und Ihre persönlichen Grenzen bleiben während der gesamten Behandlung massgebend.

Ziel ist es, die Selbstwahrnehmung zu fördern, vorhandene Ressourcen zugänglich zu machen und Bedingungen zu schaffen, unter denen sich körperliche und emotionale Regulationsprozesse entfalten können.

Die biodynamische Ausrichtung

In der biodynamischen Craniosacral Therapie wird der Behandlungsprozess nicht von aussen vorgegeben. Die therapeutische Person versucht nicht, den Körper in eine bestimmte Richtung zu bewegen oder eine vermutete Störung zu korrigieren.

Im Vordergrund stehen:

  • therapeutische Präsenz und achtsames Zuhören,
  • eine ruhige und neutrale Grundhaltung,
  • das Wahrnehmen von Ressourcen und Stabilität,
  • das Folgen beobachtbarer körperlicher Reaktionen,
  • die Orientierung an Sicherheit und Selbstregulation,
  • ausreichend Zeit für Integration und Veränderung.

Die Behandlung folgt der Wahrnehmung – nicht die Person einer vorgegebenen Technik.

Empfindungen von Bewegung, Spannung, Wärme, Weite, Ruhe oder Stille können Teil des Behandlungserlebens sein. Sie werden zunächst beschrieben und nicht vorschnell als Ursache, Erinnerung oder Diagnose interpretiert.

Bei welchen Anliegen kann eine Begleitung sinnvoll sein?

Menschen kommen mit unterschiedlichen Anliegen in die Craniosacral Therapie. Ob die Methode für Ihre persönliche Situation geeignet ist, klären wir gemeinsam in einem ersten Gespräch.

Erwachsene

Eine craniosacrale Begleitung kann unter anderem in Betracht gezogen werden:

  • bei körperlicher Anspannung und Beschwerden des Bewegungsapparates,
  • bei Stress, innerer Unruhe oder Erschöpfung,
  • bei Kopfschmerzen oder Spannungen im Kiefer- und Nackenbereich,
  • zur begleitenden Unterstützung nach Krankheiten, Unfällen oder Operationen,
  • während körperlicher oder persönlicher Veränderungsprozesse,
  • zur Förderung der Körperwahrnehmung,
  • beim Wahrnehmen und Stärken persönlicher Ressourcen,
  • als begleitende Unterstützung in belastenden Lebenssituationen.

Anhaltende, zunehmende oder unklare Beschwerden müssen ärztlich abgeklärt werden.

Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt

Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit einem Kind bringen umfassende körperliche und emotionale Veränderungen mit sich.

Craniosacral Therapie kann in dieser Zeit einen ruhigen Rahmen bieten für:

  • Entspannung und bewusstes Körpererleben,
  • die Wahrnehmung körperlicher Veränderungen,
  • den Umgang mit Belastung und Anspannung,
  • die Vorbereitung auf die Geburt im Sinne von Körperwahrnehmung und Selbstfürsorge,
  • die körperliche und emotionale Neuorientierung nach der Geburt,
  • die begleitende Verarbeitung einer als schwierig erlebten Geburt,
  • die Unterstützung des gemeinsamen Ankommens von Eltern und Kind.

Die Behandlung ersetzt keine gynäkologische, geburtshilfliche oder ärztliche Betreuung.

Babys und Kinder

Bei Babys und Kindern steht nicht nur das einzelne Symptom im Mittelpunkt. Wir beziehen das gegenwärtige Befinden des Kindes, seine körperlichen Reaktionen, seine Entwicklung und das Beziehungsgeschehen mit den Eltern ein.

Eltern wenden sich beispielsweise an uns, wenn ihr Baby oder Kind:

  • viel weint oder nur schwer zur Ruhe findet,
  • unruhig schläft,
  • Schwierigkeiten beim Trinken oder Saugen zeigt,
  • sich häufig überstreckt oder sehr angespannt wirkt,
  • eine bevorzugte Kopf- oder Körperhaltung zeigt,
  • nach einer Frühgeburt, einem Kaiserschnitt oder einer instrumentell unterstützten Geburt begleitet werden soll,
  • auf Berührung, Nähe oder alltägliche Reize besonders empfindlich reagiert,
  • Unterstützung bei der Regulation von Aktivität und Ruhe benötigt.

Solche Beobachtungen können unterschiedliche Ursachen haben. Bei Trinkproblemen, ungenügender Gewichtszunahme, Schmerzen, Fieber, Atemproblemen, auffälliger Schläfrigkeit, Entwicklungsauffälligkeiten oder anhaltender starker Unruhe ist eine kinderärztliche Abklärung vorrangig.

Wie läuft eine Behandlung ab?

1. Gespräch und Orientierung

Zu Beginn besprechen wir Ihr Anliegen, Ihre Erwartungen, Ihre gesundheitliche Situation und mögliche medizinische Abklärungen. Gemeinsam legen wir einen transparenten Behandlungsauftrag fest.

2. Kontakt und Behandlung

Die Behandlung erfolgt meist in Rücken- oder Seitenlage und in bequemer Kleidung. Berührungen können beispielsweise an den Füssen, am Becken, am Rücken, an den Schultern oder am Kopf stattfinden.

Jede Berührung wird achtsam gestaltet. Bei Babys und Kindern beziehen wir die Eltern aktiv ein und orientieren uns an den Signalen, Grenzen und Bedürfnissen des Kindes.

3. Wahrnehmen und Begleiten

Während der Behandlung beobachten wir gemeinsam, wie sich Körperempfindungen, Atmung, Spannung, Bewegung, Ruhe oder Orientierung verändern. Es gibt keine Reaktion, die erreicht werden muss.

4. Abschluss und Integration

Am Ende nehmen wir uns Zeit, Veränderungen wahrzunehmen und das Erlebte einzuordnen. Gemeinsam besprechen wir, ob eine weitere Behandlung sinnvoll erscheint.

Historische und wissenschaftliche Einordnung

Die Craniosacral Therapie hat sich historisch aus der cranialen Osteopathie William Garner Sutherlands entwickelt. Sutherland beschrieb ein Modell feiner rhythmischer Bewegungen und bezeichnete die dahinter vermuteten organisierenden Prozesse später als «Breath of Life» – den «Lebensatem».

In der biodynamischen Tradition werden Begriffe wie Lebensatem, Potency, Tide, inhärenter Behandlungsplan oder dynamische Stille als methodische Orientierungs- und Erfahrungsbegriffe verwendet. Sie beschreiben die Wahrnehmungs- und Denkweise dieser therapeutischen Richtung.

Ein eigenständiger craniosacraler Rhythmus und die traditionellen biodynamischen Wirkmodelle sind wissenschaftlich nicht als eigenständige physiologische Mechanismen bestätigt.

Wissenschaftlich beschreibbare Bezugsperspektiven bestehen unter anderem in den Bereichen Berührungsverarbeitung, Interozeption, Aufmerksamkeit, autonome Regulation, Körperwahrnehmung, therapeutische Beziehung und Co-Regulation. Diese Perspektiven können bestimmte Behandlungserfahrungen verständlicher machen, belegen jedoch nicht automatisch die traditionellen craniosacralen Erklärungsmodelle.

Wir nehmen Erfahrungen von Bewegung, Rhythmus, Ruhe oder Veränderung ernst und unterscheiden sorgfältig zwischen dem persönlichen Erleben und seiner möglichen Interpretation.

Sicherheit und therapeutische Grenzen

Craniosacral Therapie stellt keine medizinischen Diagnosen und ersetzt keine ärztlich notwendige Untersuchung oder Behandlung.

Bei Hinweisen auf eine Erkrankung, bei unklaren Beschwerden oder wenn eine andere fachliche Unterstützung sinnvoll erscheint, empfehlen wir eine entsprechende medizinische oder therapeutische Abklärung. Auf Wunsch arbeiten wir mit Ärzt, Hebammen und weiteren beteiligten Fachpersonen zusammen.

Die Behandlung erfolgt auf Grundlage eines gemeinsam vereinbarten Auftrags. Einwilligung, Transparenz, persönliche Grenzen und das Recht, eine Behandlung jederzeit zu verändern oder zu beenden, sind für uns selbstverständlich.

Fachliche Qualifikation

Steven Gehre ist eidgenössisch diplomierter KomplementärTherapeut mit Methode Craniosacral Therapie, Physiotherapeut und Inhaber eines Master of Science in Osteopathy der Buckinghamshire New University in Grossbritannien. Er verfügt über mehr als 25 Jahre therapeutische Erfahrung und ist auf die Begleitung von Schwangerschaft, Geburt, Babys und Kindern spezialisiert.

Der genannte Masterabschluss ist ein ausländischer akademischer Abschluss. Er stellt keine schweizerische Berufsanerkennung als Osteopath und keine kantonale Berufsausübungsbewilligung für Osteopathie dar. In unserer Praxis wird keine Osteopathie als eigenständige Gesundheitsleistung im Sinne des Gesundheitsberufegesetzes angeboten.

Ursula Gehre-Staffiero arbeitet in den Bereichen biodynamische Craniosacral Therapie, Integrative Babytherapie sowie prä- und perinatale Begleitung. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der achtsamen und ressourcenorientierten Begleitung von Eltern, Babys und Familien.

Kosten und Zusatzversicherung

Craniosacral Therapie wird privat in Rechnung gestellt. Je nach Versicherungsvertrag kann sich die Zusatzversicherung an den Behandlungskosten beteiligen.

Bitte klären Sie vor Behandlungsbeginn direkt mit Ihrer Versicherung, ob die gewählte therapeutische Person und die Methode Craniosacral Therapie im Rahmen Ihrer Police anerkannt werden. Eine Rückvergütung kann nicht zugesichert werden.

Möchten Sie einen Termin vereinbaren?

Gerne klären wir gemeinsam, ob die biodynamische Craniosacral Therapie für Ihr Anliegen oder die Begleitung Ihres Kindes geeignet ist.

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